GioVANni on Tour

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Keine Bratwurst

Nach dem Frühstück werden die Esel gesattelt und es geht auf zur allerhintersten Ecke von Europa (jetzt wirklich) – zum Cabo de Sao Vicente. Die Sonne scheint und es riecht so wunderbar nach Portugal. Wir wissen nicht genau was es ist – aber vielleicht sind es die Pinien oder die flachen Büsche die hier überall wachsen. Es riecht jedenfalls großartig. Am Cabo angekommen müssen wir leider feststellen, dass der Leuchtturm in flatternde Plane eingepackt ist und dass die letzte Bratwurst vor Amerika (ein berühmter Imbissstand) auch schon auf und davon ist – die Saison ist einfach vorbei. Wir trinken einen Galao, den portugiesischen Milchkaffee, und zuckeln wieder zurück um noch einen Blick auf Sagres zu werfen, bevor es anfangen soll zu regnen. In Sagres am Strandweg dreht sich irgendwie alles nur um die Surferei – also Wellenreiten – hier ist wohl so eine Art Hochburg des Wellenreitens. Während uns sonst vor allem die ältere deutsche Generation begegnet, laufen hier in Sagres die fast nur junge Leute rum. Also im Alter unserer Kinder. 

Den Bocadillo (portugiesisch: belegtes Baguette) in einem very touristic Restaurant verkneifen wir uns – neben der Markthalle finden wir einen kleinen Imbiss. Eine alte Frau bedient uns, spricht kein Wort Englisch, wir essen auf den typischen Plastikstühlen. Hier schmausen wir lecker ohne den Touriaufschlag.

Am Himmel sieht man schon, wie es sich zuzieht und die dicken Wolken näher kommen, die Sonne hat sich versteckt. Giovanni ruft.

Der portugiesische spezial Geschirrladen hat zum Glück geschlossen – sonst hätten wir Giovanni wohl wirklich überladen – wir sind im Moment schon sehr knapp unter den 3,5 Tonnen.

Unsere Fahrradakkus sind ziemlich entladen also versucht der Käptn noch mit der Solarzelle die Sonne einzufangen. Die Erste läuft ihm mit dem Handy hinterher und liest die Ladung vor. Es ist ein Trauerspiel. Die Wolken ziehen zu. Der Käptn sitzt noch lange vor seinem Handy und sucht mit der App den Stand der Sonne. Am Himmel ist sie nicht zu finden. 

Wir besorgen uns 4 Coins für Waschmaschine und Trockner mit. Punkt 16 Uhr beginnt es zu tröpfeln – was soll man auch sonst tun, außer die Waschmaschine belagern. Wir bekommen alle Klamotten, sogar die inzwischen heillos versandete Bettwäsche wieder sauber und trocken in den Bulli.

Was bei dem Kptn. selbst nicht ganz so gut klappt. Preisfrage: Was ist schlimmer als eine kalte Dusche – richtig: ein neues Handtuch, das einen in der kalten Luft nicht wieder richtig abtrocknet. Weil es so schön aussieht, hat der Käptn sich strickt geweigert, es vor dem ersten Gebrauch in die Waschmaschine zu stecken. Nun ist es noch schön imprägniert. 

Die Erste hat es geschafft die Sache noch auf die Spitze zu treiben. Sie trocknet sich – frisch geduscht – mit dem salzigen Handtuch vom letzten Strandbesuch ab und hat nun wieder eine schöne Salzkruste auf der Haut. 

Wir sitzen im Bulli, draussen ist es stockdunkler, der Regen platscht laut aufs Dach. Die Erste hängt ein paar Postkarten an die tristen Schränke. Der Käptn holt die letzte Wäscheladung aus dem Trockner. 

Bei Regen durch die Dunkelheit stapfend suchen wir das kleine Restaurant auf dem Campizmo. Der Kptn. hat wieder mal seine Fleecejacke vergessen und die kurze Hose hat er auch noch an – nein in Portugal sind die Restaurants nicht geheizt…. Fußballgucken kann man hier auch nicht.

Wir essen schnell – bevor der Kptn. am Stuhl festgefroren ist und flitzen wieder zurück in den geheizten GioVANni. Fussball gibt per IPad bei einem warmen Tee.

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