Wir haben einen Wohnmobilparkplatz mitten in der Stadt gefunden und konnten uns noch so gerade in den überfüllten Shuttlebus quetschen. Auf der Messe angekommen, drängelten wir uns durch Halle 3 auf die Türen zur Agora, dem großen Innenhof zu. Auch hier standen Lesefans in ellenlangen Schlangen an, um Autogramme von ihren Lieblingsautoren zu ergattern. Und wir dachten, die Jugend liest nicht mehr, digitale Medien hätten den analogen Büchern den Rang abgejagt. Die Besucherzahlen dieser Buchmesse beweisen das Gegenteil.
Haben wir schon erwähnt, wie herrlich warm es hier ist? 20 Grad hatten wir heute tagsüber, fast wieder Sommer.
Doch zurück zur Messe. Wir wichen dem Besucherandtrang erstmal aus in die anderen Hallen. Internationale Aussteller haben es uns angetan. Wir reisten nach Schweden. Hier gibt es wundervoll illustrierte Kinderbücher. Dann nach Griechenland und blieben an einem Buch hängen, in dem ein Grieche über den Sinn des Lebens und den Weg zum Glück philosophiert. Griechenland, die Wiege der Philosophen, die müssen es wissen. Der Grieche vor Ort machte ein Foto von uns mit Buch und schenkte es uns anschließend. Und lud uns nach Athen ein, als er hörte, dass wir auf dem Weg dorthin seien.
Die Vorträge über Covergestaltung und Buchübersetzung haben wir versucht zu hören, aber die Menschenmassen ließen das nicht zu. Der Stand des Selfpublisherverbandes war auch in Halle 3, also wagten wir uns nochmal ins Getümmel. Am Stand wurden wir von der Vorsitzenden herzlich in den Verband aufgenommen. Nach dem Ausfüllen der Formulare gab es ein Willkommenspaket und ein Foto vor dem Plakat der Verbandzeitung für die social media. Des Käptns Fru hat ihre Lesezeichen überall heimlich auf der Messe verteilt – auf Tischen, Bänken, Toiletten einfach nebenbei liegenlassen. Mal sehen, ob jetzt noch mehr Bücher verkauft werden.
Mit platten Füßen, leeren Köpfen und vollen Herzen sind wir in unser fahrbares Heim zurückgekehrt. Der Kptn mochte nicht so mitten in der Innenstadt übernachten und so sind wir am Nachmittag noch weitergefahren gen Süden – ihr wisst ja, soweit bis die Butter schmilzt. Das tut sie noch nicht ganz, aber wir haben jetzt nur noch 200 km bis zu den Alpen, morgen abend sollten wir in Italien sein.