Wir brechen von unserem Stellplatz auf einem Autohof bei Freiburg auf. Es ist warm – die Sonne scheint. Wir sind im Süden. Aber der echte Süden beginnt erst nach den Alpen – finden wir.
Diesmal nehmen wir den Gotthard – die Schweizer Vignette klebt schon an der Scheibe von Giovanni. Die Erste Offiziöse liest aus einem „Südtirol“ Buch vor – incl. kleinem Sprachkurs. Wir sind also bestens vorbereitet. Die Berge werden langsam höher und die Schluchten tiefer – je nachdem, wie man es sehen will. An einem der letzen Parkplätze vor DEM Tunnel machen wir halt und kühlen unsere Fahrfüße in einem eiskalten Bach – vielleicht doch eher Fluss. Ziemlich unscheinbar taucht plötzlich der Gotthardtunnel wie aus dem Nichts aus. 20km Tunnel – wir schaffen das. 60km/h und sogar mit Gegenverkehr – wahrscheinlich wegen der Bauarbeiten. 33 Grad hatten wir in der Mitte des Tunnels – also draußen – die Klimaanlage lief natürlich und kühlte uns runter. Am anderen Ende geht gefühlt die Sonne auf und es wird wieder kühler. Wir denken wir sind in Italien. Alles sieht danach aus – nur das teurere Schweizer Netz begleitet uns noch so 150 km. Bis wir an die echte italienische Grenze kommen.
Endlich sind wir in Italien. Die Wände der Tunnel sind nicht mehr so makellos verputzt wie in der Schweiz und die Straßen haben plötzlich Schlaglöcher. Wir sind glücklich. Eigentlich wollten wir uns jetzt irgendwo einen Platz zum Übernachten suchen, aber die Sonne scheint so schön und ein paar Nordlandsegler (André und Katha) haben sich in den Norden des Gardasees vercampt – das schaffen wir auch noch.
Es wird spät (19h) und dunkel als wir auf dem Campingplatz Maroadi in Torbole nahe Riva del Garda ankommen. Wir werden herzlich an der Rezeption begrüßt und bekommen einen Platz neben unseren Freunden. Der Kptn. ist allerdings zu nichts mehr zu gebrauchen und fällt müde in seine Koje.
Lauer und Abend.