Die Reifen von unseren Drahteseln sind bis zum Anschlag aufgepumpt. Zwei Sehenswürdigkeiten haben uns Harry und Renate (die Stellplatzbetreiber) als lohnend empfohlen. Das Loutra Killinis (Römisches Heilbad) und das Chlemoutsi Castle. Der Rundweg würde dem Kptn. so ca. 20 Kilometer Gestrampel abverlangen müssen – wird wohl gehen – die Akkus sind ja voll.
Je näher wir dem Heilbad kommen, umso stärker nimmt der Geruch nach faulen Eiern zu (Schwefel). Harry meinte am Abend vorher noch, er würde da niemals auch nur den kleinen Zeh hineinstecken – der Kptn. weiß nun ganz genau was er meint, ein bisschen unwohl wird uns von dem Gestank schon. Ein älteres Ehepaar sitzt dort auf einer Bank und hat sich die Beine mit Schwefelmatsche eingerieben. Sie schwören auf das Wundermittel und warten auf die Trocknung. Der Kptn. und sien Fru gucken sich das naserümpfend an, ergattern etwas stinkenden Schlamm und reiben sich die schmerzenden Füße ein – was soll schon passieren – vielleicht hören sie ja auch zu schmerzen. Nach 30 Min. ist der Matsch getrocknet, so dass wir die bröckelnden Erdklumpen unter dem Wasserstrahl des warmen stinkenden Schwefelwassers wieder abwaschen können. Den ganzen restlichen Tag ziehen wir nun eine leichte Geruchswolke aus faulen Eiern hinter uns her. Aber der Wind ist ja heute recht frisch.
Die Ausdünstungen werden auf dem Weg berghoch zum Chlemoutsi Castle nicht gerade weniger. Die freundlichen Erklärmenschen auf der Burg halten irgendwie ziemlichen Abstand von uns – vielleicht bilden wir es uns auch nur ein. Wir bewundern das beeindruckende Gemäuer aus dem Jahr 1223 und lassen uns anschließend fast ohne zu treten wieder zu unserem Stellplatz rollen.
Die obligatorische Dusche aus geruchslosem warmen Wasser ist eine Wohltat für alle Beteiligten.
Müffel und stink.