GioVANni on Tour

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Athen – erster Versuch

Tasso bringt uns heute morgen mit dem Auto zur S-Bahnstation. Je näher wir an die Großstadt kommen, desto mehr Menschen steigen zu, die S-Bahn wird irgendwann zur U-Bahn. Die Bahnhöfe sind allesamt in Marmor gebaut, es ist super sauber und organisiert. In Syntagma steigen wir aus und sind direkt in der Innenstadt. Tasso sagt, wir sollen zuerst zum Parlament gehen, da steigt jeden Sonntag um 11 Uhr eine Ablöseparade. Die Idee hatten schon hunderte andere Schaulustige und so stehen wir dicht gedrängt vorm Parlament und beobachten die Soldaten. Sie haben eine Tracht an, eine weiße Strumpfhose, ein kurzes Röckchen, genäht mit 400 Falten, jede Falte für ein Jahr Belagerung durch die Türken. An den Füßen tragen sie Bommel. Und sie scheinen irgendwelche Yogaübungen zu machen, die den Bommel immer herrlich wackeln lassen. Eine Blaskapelle begleitet sie dabei. Es ist wirklich ein Schauspiel. Nur dass sie alle son Gewehr dabei tragen, das behagt uns nicht recht.

Nach diesem spektakulären Start in der Großstadt setzen wir uns in einen Sightseeingbus, natürlich nach ganz oben und ganz vorne und stecken uns Ohrstöpsel in die Ohren, um uns von einer Griechin auf Deutsch die Stadt erklären zu lassen. Manchmal beschreibt sie auch tatsächlich Bauten, an denen wir vorbeifahren. Manchmal beschreibt sie aber auch detailliert irgendwelche Kirchen, die wir zwischen den abgewrackten Hochhäusern vergeblich suchen. Wir haben die eiskalte Zugluft unterschätzt, die uns komplett zu Eisblöcken gefrieren lässt. Der Busfahrer schlängelt sich durch engste Gassen und steht quasi ständig im Stau. Nach eineinhalb Stunden haben wir die spektakulärsten Ecken gesehen und reichlich griechische Pausenmusik gehört. Bibbernd steigen wir aus dem Bus.
Ein griechischer Restaurantfänger bekommt uns zu fassen und lockt uns mit warmen Versprechungen. Schon sitzen wir drin in seinem Käfig, an uns vorbei tragen die Kellner die leckersten Gerichte. Der Chefkoch preist ein uns unbekanntes Gericht an: Ceviche. Soll was mit Fisch sein. Wir trauen uns.
Und bekommen einen Klacks – wirklich der Boden der Schüssel ist grad mal bedeckt – KALTE Fischsuppe. Mit Brot. Na toll.
Immer Zähneklappernd verlassen wir das Lokal und suchen zwischen den Zehntausend Menschen – hallo, es ist Sonntag! – die U-Bahnstation. dort zwängen wir uns zwischen die Masse der Menschen.
Das sind wir echt nicht mehr gewöhnt. Im Bulli läuft die Heizung und wir erholen uns langsam wieder. Es wird gesagt, Athen braucht drei Tage, eh man es lernt zu lieben. Na gut. Morgen dann eine
zweite und Chance

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Thema von Anders Norén