Das schöne Wetter ist wohl jetzt wieder vorbei. Der Kptn. wird von lauten Regentropfen auf dem Bullidach geweckt. Aber heute ist Museumstag, kein Grund zur Panik. Erwin Hymer hat sein Museum zum Glück in einer sehr coolen und trockenen Halle aufgebaut. Nach dem Frühstück geht es los.
Der Kptn. und sin Fru buchen eine Führung dazu. Wir sind zu dritt – also eine nette Mittarbeiterin erzählt uns beiden eine Stunde lang viele interessante Dinge – krass. Zum Beispiel, dass sie in den dreißiger Jahren einen Fliegenwirbler auf die Motorhaube von Käfern installiert haben, damit sie nicht auf der Windschutzscheibe verenden und die Sicht beeinträchtigen. Oder dass damals die Wohnwagen nach „Käferkraft“ gebaut wurden, sie mussten von wenig PS gezogen werden können. Den Käpt‘n fasziniert auch die eingebaute und wegklappbare Badewanne an Bord eines der Wohnmobile. Und die wunderschönen Holzausbauten. Drei Wohnwagen lassen sich zu Schiffen umbauen. Bei dem Einen lässt sich das Dach abnehmen und als Ruderboot verwenden. Staunend betrachten wir auch den Wohnwagen, an dem unser E-Außenborder hängt, den Wagen kann man so ins Meer verholen und losmotoren.
Die Museumsstrecke führt uns über in die Alpen in den 1930er Jahren. Da ging das los mit dem Wohnwagenbau. Im 2. Weltkrieg wurde der Bau lahm gelegt, es wurde ausschließlich in Rüstung investiert. Mitte der 1940er ging es dann weiter. Deutschland durfte keine Flugzeuge mehr produzieren, daher mussten die Flugzeugbauer sich eine Alternative überlegen und verlegten ihren Erfindertum auf Wohnanhänger. Auch Erwin Hymer war ursprünglich Flugzeugbauer. Wohnwagen mit dem Querschnitt eines Flügels wurden gebaut.
Fasziniert betrachten wir die damaligen Erfindungen.
Dann kam der Boom der Wohnmobile, die Hippies zogen nach Indien mit ihren Gefährten, später dann die Aussteiger, die nach Marokko zogen. Wir gehen sozusagen auf Weltreise.
Danach sind wir so erschöpft und voller Input, dass wir erstmal ein Käffchen brauchen… Dann machen wir mit der Nancycrew weiter und erkunden des Rest der Campinggeschichte.
Obwohl wir vor zwei Jahren schonmal hier waren, war es wieder so toll und voll mit schönen Eindrücken. Das Campinggefühl macht sich in dem Kptn. wieder breit – er ist wohl verliebt in dieses Museum.
Wir lassen uns das Essen in dem Museumsrestaurant nicht nehmen und tuckern dann nochmal 100 Kilometer weiter nach Norden. Meilen machen und Standortwechsel.
Camping und Welt.