Heute aber nun wirklich. Der Käptn und sin Fru müssen richtig früh aufstehen. Die Bahn fährt schon um 9.52 Uhr in die Berge nach Kalavrita. Drei Jahre warten wir schon auf den perfekten Tag, um diesen Tripp mit der Schmalspurzahnradbahn zu machen.
Es stehen richtig viele Menschen am Bahnsteig – die Bahn wird wohl voll. Die meisten von ihnen sehen nach Wanderern aus.
Endlich dürfen wir einsteigen. 20 Min. hat die Bahn Verspätung – das kommt dem Käptn. irgendwie bekannt vor. Es gibt drei Waggons mit Platznummern. Alles ist geregelt. Da kann man sich nicht einfach wie Kraut und Rüben überall hinsetzen. Beim Einsteigen werden die Karten kontrolliert. Wir quetschen uns mit Lena und Reiner in eine 4er Ecke und müssen etwas stöhnen wegen der Schmäle. Die Bahn ist Schmalspur und die Sitze auch extra schmal. Da sind die 46 cm Sitzbreite in Discountflugzeugen noch Luxus. Wir schaffen das.
Die Bahn setzt sich in Bewegung und zuckelt mit ca. 100 Fahrgästen an Bord in die schmale Schlucht Richtung Kalavrita. Ab und an stehen Schilder am Bahndamm, dann fährt die Bahn besonders langsam, um ihre Zahnräder einrasten zu lassen – damit sie eine besonders steile Strecke bewältigen kann (später bergab macht sie es übrigens auch).
Wir machen fleißig Fotos und hoffen, dass wenigstens einige dabei sind, die einigermaßen gut werden (Fensterscheibe). Ungefähr auf der Hälfte der Strecke steigen viele Wanderer aus und wandern von der Mittelstation „Mega Spileon“ wieder zurück in das Tal. Der Käptn. hat jetzt einen eigenen 4er Sitz für sich. Wir können ohne Gequetsche den Rest der Fahrt über das Hochplateau genießen.
Kalavrita ist ein Skitour-Berg-Dorf. Zig Nippesläden und Cafés sind vorhanden. Reisebusse landen hier oben auch. Die schneebedeckten Berghänge sind nicht mehr weit. Vor hier aus machen viele Menschen ihren jährlichen Skiurlaub. Hier stehen sogar Spezialbusse herum, die die Skibegeisterten zu den Pisten bringen.
Wir verbringen 2,5 Stunden hier oben im Dorf und steigen dann in die Bahn zurück nach Diakopto. Auf dem Weg nach unten nehmen wir Wanderer mit, die von Bahnstation zu Bahnstation gelaufen sind. Ansonsten genießen wir den Platz im Zug und die Fahrt Talwärts. Wat schöööön…
Heute hat sogar das Museum der Freunde der Zahnradbahn geöffnet. Wir sehen uns neugierig um und bekommen sogar Kuchen geschenkt. Der Käptn. findet auf einer ausgestellten Schiene die Aufschrift „Bochum“. Ihm wird erklärt, das die Gleise 1883 in Deutschland aus „Kruppstahl“ gefertigt wurden – verrückt.
Wir starten Giovanni und machen uns auf den Weg zurück nach Korinth zu Sofia.
Zahn und Rad.