Wir schlafen bis 10 Uhr. Die erste Nacht ohne Heizung. Dann juckt es in den Füßen. Es sollte ja bitte noch wärmer werden. Wir peilen Andalusien an. In Sayalonga haben Anke und Horst von der Segelyacht Enterprise B, die wir 2019 in Portimao kennengelernt haben, eine kleine Villa gekauft und sich dort niedergelassen. Eine Villa Kunterbunt.
Wir fahren durch eine wundervolle Landschaft. Hier und da steht ein Riesenstier auf einem Berg. Uns begleitet ein spannendes Hörbuch von Eschbach: Freiheitsgeld. Sehr zu empfehlen. Das Buch dauerten 15 Stunden, passt perfekt.




Noch im Hellen nehmen wir Kontakt zu Anke und Horst auf: Wir sind im Anflug. Horst wartet auf halber Höhe mit dem Auto auf uns. Wir fahren mutig hinter ihm her, wissen noch nicht, was uns bevorsteht. Die Serpentinen werden enger, die Straße steiler. Die Erste schließt dann und wann die Augen, um den Abgrund nicht zu sehen. Der Käptn hält mutig durch, GioVANni mit seinen 180 PS hält sich wacker. Dann bremst Horst, bereitet uns auf den letzten Abschnitt vor. Schwung nehmen sollen wir, aber erst nach dem Zementabsatz. Und dann mit Schmackes bergauf, oben im spitzen Winkel nicht bremsen, sondern Steuer rumreißen. Dann haben wir’s geschafft. Der Käptn gibt Gas. Die Erste schließt die Augen. Kurzes Blinzeln, da rast eine Bergwand auf uns zu. Das Steuer wird herumgerissen, die Steigung wird flacher. Villa Kunterbunt ist in Sicht. Wir atmen aus. Geschafft! Wir sind oben. Den Ausblick werden wir morgen bewundern, oben angekommen ist es fast dunkel.
Das besoffene Huhn aus dem Bräter tat an diesem Tag sein Übriges. Der Kpt. konnte nach dieser pulsbeschleunigenden Bergfahrt ganz gut in 500 Meter Höhe über dem Meer schlafen. Allerdings schob er vorher noch unter jeden der 4 Reifen ein paar Brennholzkeile – sicher ich sicher – nachts den Berg wieder runter rollen wollte er auf gar keinen Fall.
Steile und Berge.