Der Käptn reckt sich, hört Stimmen und öffnet das Schlafzimmerfenster. Verschlafen wagt er einen Blick hinaus: Da wird nebenan tatsächlich schon gefrühstückt. Und die Badesachen der Ersten hängen auch schon auf der Leine. Es wird Zeit, aufzustehen.
Das Pfannenbrot brutzelt, der Tisch ist gedeckt. Beim Frühstück planen wir einen Fahrradtörn mit mit der Henrycrew nach Ohlao. Es zieht uns in die nächste Großstadt, denn der Wlan-Empfang des Campingplatzes lässt zu wünschen übrig. Der Kpt. will unbedingt eine neue NOS-Karte mit Router haben um da unabhängig zu sein. Damit ist der erste Wegpunkt unserer Fahrradtour gesetzt, das Einkaufszentrum oberhalb der Stadt.
Der Uferfahrradweg ist auch in die Westrichtung eine Wucht. Lange Holzstege sind durch das Watt gebaut, auf denen es sich prima fahren lässt.
Nach dem NOS-Shopping-Center-Besuch steuern wir die Waterkant an, wir suchen den Inder, der uns bei unserer Segeltour 2019 schon kulinarisch fasziniert hat. Wat fürn Glück, wir finden ihn und er liegt Tür an Tür mit einem traumhaften indischen Hippiekleiderausstatter. Die Männer setzen sich zu Tisch, die Damen verschwinden unter einem Vorwand ganz plötzlich und folgen dem verführerischen Räucherstäbchenduft. Modenschau im Hippiehimmel.
Erst als das Essen auf dem Tisch steht, kommen die Damen mit dicken Taschen und strahlenden Gesichtern zurück.
Anschließend fahren wir zum Hafen und bestaunen die Markthallen. In vielen Orten sind das nur weiße, unscheinbare große Hallen in der Innenstadt. In Olhao sind es knallrote Kunstwerke.












Auf dem Rückweg halten wir bei den Schiffen an, die auf dem Trocknen stehen. Uns zieht es doch immer wieder dorthin. In jedem Ort suchen wir zuerst den Hafen und die Schiffe. Hier stehen viele Langfahrtsegler an Land, den ein oder anderen erkennen wir wieder. Auf den Kanaren getroffen, den Blog gelesen. Es ist eine kleine Welt. Verträumt laufen wir auf das Gelände, wundern uns gerade, dass das so einfach möglich ist, als sich hinter uns mit Blinklicht das Tor schließen will. Da entdecken wir die Kamera und machen uns aus dem Staub.
Beim Blick in den Himmel fällt uns die dunkelgraue Regenfront auf. Wir sollten uns beeilen. Zum Glück haben wir Rückenwind und fliegen beglückt und erschöpft zurück zu unseren Räderschiffen.
Schöne und Tour.