Der Käptn lüftet das Fenster vor seinem Kopfkissen und blickt direkt aufs Meer. So hat er es gerne. Der Duft vom Pfannenbrot weht durch den Bulli, es wird Zeit, aufzustehen. Die Erste hat schon die Räder aus dem Ziegenstall geholt, wir wollen die Insel erkunden. Ein Aufschrei. Der Vorderreifen ist platt. Kein Problem, der Käptn krempelt die Ärmel hoch und schraubt seine automatische Luftpumpe ans Ventil – Luft rein, Rad heil. Nee Moment. Wieder platt. Mist. Keine Radtour heute.
Wir wollen doch zur Höhle! Neuer Plan: wir wandern. Schuhe geschnürt, Brote geschmiert. Der Käptn stiefelt voran durch den weißen Sandstrand, am türkis leuchtenden Mittelmeer entlang, den eiskalten Wind um die Nase. Erstmal auf die schmale Landzunge, ein schickes Foto machen. „Warte kurz, gleich kommt die Sonne durch.“ Die Erste wartet und bibbert. Eisiger Nordwind weht. „Da jetzt gleich, dann leuchtet es so schön fürs Foto. Nur noch diese Wolke!“ Die Erste wartet und zittert. Eisiger Nordwind stürmt. „Ja gut, jetzt. Da drüben, siehst du die Höhle? Jetzt weiß ich, warum sie „Vagina“ heißt.. gleich scheint die Sonne drauf!“ Die Erste lacht und friert.
Endlich gehts weiter, wir stiefeln durch das Postkartenfoto, versinken im Treibsand des verlassenen Strandes und das Frieren hat ein Ende. Die Straße ist erreicht, rot bemalte Steine weisen uns den Weg querfeldein den steilen Hang hoch. Zwischen wildem Thymian und Disteln steigen wir bergan. Der Käptn schnauft, die Erste keucht. Schließlich haben wir es geschafft. Beate ist schon oben und hat dem Käptn tatsächlich einen Stuhl organisiert, da stand einer in der Höhle. Wir sitzen heldenhaft, den Berg erklommen in der Sonne vor der Vagina und genießen diesen atemberaubenden Blick.
Im Innern der Höhle sind Stufen angelegt, hängen tote Fledermäuse unter der Decke? Wir schlüpfen wieder ins Freie und fühlen uns wie neu geboren.
Am Abend gibts schwäbische Maultaschen gebraten im Landrover von Beate, die auf dem Weg nach Thailand ist.
Platt und Füße