Unentschlossen sitzen wir am Frühstückstisch und wälzen die Landkarte. Was heutzutage bedeutet, dass jeder auf seinem Handy in den Maps scrollt. Wo übernachten wir denn mal heute? Da trudelt eine Nachricht von Christine ein, sie schickt uns eine „herzliche KaffeeAbendessenFrühstücks-Einladung“. Nach Quetz, bei Leipzig, sind es 360km, das ist ein guter Tagestörn. Einziger Wermutstropfen: Abschied von Petra und Jürgen. Wir trinken einen letzten Morgenkaffee zusammen. Die beiden bleiben auf der A7, sie wollen in Göttingen Freunde besuchen.
Der Käpt‘n düst auf die Autobahn, auf den Äckern tanzen Nebel-Feen, so kühl ist es. Die A7 erkennt man gut: Baustelle, LKWs, die zu überholen versuchen und dann auf der linken Spur, neben uns den Hügel nicht schaffen und abfallen. Wir atmen auf, als wir die Anschlussstelle der A9 nach Berlin erreichen. Drei Spuren, übersichtlicher Verkehr, keine Baustelle in Sicht. So flitzen wir gen Norden. Als sin Fru Mittags einschläft, nimmt der Käpt‘n die Ausfahrt. Ihn lockt das goldene M, das hat er lange nicht mehr besucht. Sin Fru blinzelt und freut sich auf Eis und Kaffee.
Eine Stunde Autofahren, dann lockt die Sonne uns raus. Autobahnparkplatz mit Pipe und Käffchen, Blick auf den grünen Wald mit Wildschweinwarnung und den blauen Stromverteiler. Wir machen uns das schön.
Die Straße von der Autobahn nach Quetz zieht sich schnurgerade über das platte Land, man will Gas geben. Aber die Schlaglöcher haben es in sich. Der Käpt‘n legt ein Extremslalom hin, geübt durch italienische Nebenstraßen.
Christine kommt strahlend aus ihrer bunten Küche, auf dem Herd brutzeln Köstlichkeiten. Wir machen noch einen Waldspaziergang und pflücken Bärlauch. Dann schlemmen wir was das Zeug hält. Der Käpt‘n macht sich auf dem Küchensofa lang, sin Fru und Christine erfinden Verdauungsyoga.
Eier und Likör