Die Frühstücksdurchsage weckt uns. Die ganze Zeit dachten wir „Peninsula time“ würde Kanaren Zeit als Bordzeit bedeuten… Aber Peninsula heißt ja Halbinsel… Also ist wohl die iberische Halbinsel gemeint. Schnell werden die Uhren verglichen und angepasst, damit wir nicht noch eine Mahlzeit verpassen.
Wir suchen die Henrycrew… Der Kptn. hatte recht – sie liegen auf dem Sonnendeck in den Liegestühlen. Der warme Seewind bläst ihnen um die Nase – Wat schöööön.












Der Schwell hat deutlich nachgelassen. Die halbe Strecke ist geschafft.
Uns langweilt ein wenig, also holen wir unsere Spiele aus dem Wagen. Zweimal am Tag zu bestimmten Zeiten wird das Autodeck geöffnet, der Käptn schleicht sich sehnsüchtig am Maschinenraum vorbei, wat n Lärm hier, man kann sich fast die Kohleschaufler und die Brennöfen vorstellen.
Mit glühenden Augen erreicht er wieder das Oberdeck und fordert den Rest der Mannschaft zu einer Partie Rummy Cup heraus. Es wird ein harter Kampf um Zahlen- und Farbkombinationen, am Ende pfeilen allen gemeinsam an Unterbringungslösungen herum. Die Köpfe qualmen geradezu.
Im Anschluss wird der Plan ausgeheckt, den Kollegen auf der Brücke davon zu überzeugen, doch gleich zu den Kap Verden durchzufahren. Es läuft gerade so gut.
Der Versuch scheitert, weil der Kptn dafür über das Hundedeck müsste. Hier tummeln sich die Vierbeiner jeder Größe und Freundlichkeit. Und der Plastikrasen in der Ecke lädt eher zu besonders großem Abstand und Nasenklemme ein.
Also bleiben wir lieber in unserer Komfortzone.
Der Abend zieht sich, die Nacht verschluckt den Blick auf den Teide, der sich irgendwann am Horizont zeigen wird.
Doch tatsächlich plingt kurz vor Mitternacht das Handy auf. Handyempfang! Untrügliches Zeichen. Und siehe da: Lichter an Hängen, Vulkaninsel in Sicht! Wir sind angekommen.
warme und Luft