Der Regen pladdert beim Frühstück an die Fensterscheibe. Dem Kptn. fällt auch ein Tröpfchen aus dem Augenwinkel – wir wollten doch das frisch reparierte Fahrrad prüfen und eine Tour nach Sabinosa machen – die Route auf seiner Fahrrad App steht jedenfalls schon fest.


Bei der nächsten Regenlücke wagen wir den Aufbruch. Das erste Stück der Tour ist hart, es geht 250m hoch nach La Frontera – in der Disa Tankstelle wird der Reifendruck gecheckt und dann kurz vor Abbruch der Tour (3 km) wegen Sauerstoffmangels und Ermüdung der Muskulatur rettet uns ein Café am Anfang der Fußgängerzone – es gibt zum Glück auch kühle Getränke.




Weiter 3 km später fängt es wieder an zu regnen und wir müssen Unterschlupf unter einem großen Dach suchen. Der Kptn. und Enno können anständig verschnaufen und die Damen gehen fein in einen Handarbeitsladen.
Die restliche Stecke nach Sabinosa ist wunderschön und was das Wichtigste ist – nahezu horizontal. Der Akku kann auf Stufe drei gestellt werden und mittels einer Andeutung des Pedaltretens fährt der Kptn. wie von selbst zum Ziel.
Der Akku hat jetzt allerdings nur noch 2 von 5 Blinkelampen Füllstand.
In der örtlichen Tienda gibt es Kaffee und Kekse – auch der Akku kann sich etwas erholen.
Die Serpentine lässt uns zur Küste hinunter schießen ohne auch nur einmal den Akku nötigen zu müssen.










Eigentlich dachte sich der Kptn., dass Küstenstraßen nahezu parallel zum Meeresspiegel verlaufen und die zwei Restakkupunkte locker reichen. Dem ist aber nicht so. Wie eine Schlange läuft die Straße über einen Lavahügel nach dem anderen rauf und runter… immer wieder… Der Kptn. bekommt Schweiß auf der Stirn, aus Angst der Akku könnte vor dem Ziel schlapp machen.
Schließlich ist nur noch ein blinkendes Pünktchen an Akkurestladung übrig.
Auf halben Höhenweg vor der letzten Lavalawine, die sich vom Vulkan ins Meer erstreckt, macht der Akku schlapp. Schieben bis zur Kuppe. Die Augen leuchten – jetzt ist keine weitere Lavalawine mehr im Weg. Wir rollen – tretfrei – zurück zu Giovanni.
28km Radtour und es hat fast überhaupt nicht weh getan.
Der Versuch vor den Bullis in Ruhe Abendbrot zu essen wurde von einem fiesen Sprühregenschauer jäh unterbrochen.
Waden und kühlen.