GioVANni on Tour

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Monemvasia

Es war dann gar nicht so kalt. Nach dem Frühstück sind wir am Hafen entlang in die Stadt gelaufen, den Blick auf das Hafenbecken konzentriert, weil hier Schildkröten wohnen sollen. Doch die haben sich leider vor uns versteckt. Wir erwischten den Shuttlebus, der uns zu dem alten Dorf auf der Insel brachte. Dort kamen wir aus dem Staunen nicht heraus. Durch ein meterdickes Stadtmauertor betraten wir die mittelalterliche Stadt. Im 6. Jahrhundert gabs sie schon, von da berichten die ersten Quellen von diesem Ort. Kleine, verwinkelte Gassen führen durch ein Labyrinth von schmalen Häuschen, Treppen, Torbögen, Tunneln. Vorbei an Touriläden und Restaurants, durch Baustellen, an denen alten Zisternen ausgegraben wurden. Lange konnten die Bewohner hier unabhängig leben, lange wehrten sie sich gegen Eroberer. Dieser 194m hohe Felsen schien wirklich schwer einnehmest zu sein. Über uns ragt er in den Himmel, ganz oben säumt eine ellenlange Stadtmauer den Felsenrand. Am Ende des Dorfes treten wir durch die Stadtmauer und folgen einem Trampelpfad bis zum Leuchtturm. Der hat vielen Schiffen den Weg gezeigt, er hat die Seeschiffahrtsroute von Konstantinopel nach Venedig geregelt. Ein einflussreiches Inselchen.

Wir laufen durch die Unterstadt zurück und kommen an einen großen Platz, auf dem Kanonenkugeln verteilt sind. Die Erste versucht einen Schuss und scheitert an der Schwerkraft, mit der die Eisenkugel am Boden verankert ist. Sonnengebadet klettern wir in der ersten Taverne auf die Dachterrasse und genießen einen griechischen Kaffee. Der Kaffeesatz oben im Schaum, der Käptn kämpft mit den Krümeln.
Langsam schlendern wir die Straße zurück über den schmalen Damm, der Monemvasia (Bedeutung: „einziger Zugang“) mit dem Festland verbindet. Nach einer Siesta versacken wir in einem griechischen Restaurant mit Heizpilz, draußen wird es schnell dunkel. Der Käptn freut sich auf sein langersehntes Souvlaki. Heute kann der Kellner nur Hühnchensouvlaki servieren. Es schmeckt dem Käptn trotzdem.
Die Mole, auf der unser Giovanni steht, ist von Anglern bevölkert, als wir wiederkommen. Etwa zehn Autos stehen hier rum, vor jedem eine Angel. Von angebissenen Fischen bekommen wir nichts mehr mit, wir schlummern schon tief und fest, als sie wieder abziehen.
Petri und Heil

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