Der Minibus bringt uns an das Stadttor der mittelalterlichen Stadt San Gimignano (nein, dass ist kein Tippfehler). Den Tipp, das Städtchen zu besuchen, hatten noch ein paar mehr Menschen bekommen. Sie werden busseweise vor den Pforten der Stadt ausgeladen.
Ursprünglich hatte San Gimignano 72 Türmchen. 14 sind übrig geblieben. Der Käptn fragt sich, wie denn auf dem kleinen Gebiet 72 Türmchen hätten stehen können. Die ganze Sache wäre dann auch wohl ziemlich schattig geworden. Naja – das Mittelalter war sowieso eher schattig.
Hinter den alten Steinen:
Dieser beeindruckenden Stadt auf einem toskanischen Hügel sieht man ihren Wohlstand aus der mittelalterlichen Zeit an. San Gimignano lag direkt an der Frankenstraße, der Via Francigena. Das Netz der Straßen, die nach Rom führten, wurde so genannt. Eine der Straßen führte von Pisa über San Gimignano nach Rom.
San Gimignano entstand im 10. Jahrhundert in seiner Grundform. Die Stadt befreite sich 1119 von der Herrschaft des Bischofs und wurde zu einer freien Stadt. Dies ermöglichte ihr ein schnelles Wachstum. Der Anbau von Safran wurde hier kultiviert. Safran war sehr begehrt in Europa und ließ sich gut verkaufen. Außerdem trieben die Einwohner regen Handel. Die reichen Kaufleute bauten sich Türme, je höher, desto reicher, war die Devise. Da wollte keiner hintenan stehen. Sie investierten auch in Paläste und öffentliche Gebäude von einer Bauqualität, die bis heute anhält und die Touristen erfreut. Das historische Zentrum gehört heute dem UNESCO Weltkulturerbe an.
1351 war es allerdings vorbei mit dem Aufschwung. Durch die Pest und Familienfehden gab es immer weniger Einwohner, die sich schließlich an Florenz wandten und um Schutz baten.
Wir haben es heute schön sonnig und genießen die Gassen. Im Dom wird gerade gebetet, also können wir den schon mal auslassen. Bei den Türmen reicht ein Foto von unten – findet der Käptn.
Es bleiben also Gassen, Gassen, Gassen und ein paar hübsche Plätze.
Bei einer weltbesten Gelateria (2024) bekommen wir jeder ne Kugel Eis – wirklich lecker und in einem Café nehmen wir noch ne Latte. Perfekt. Die Stadt füllt sich zunehmend – wir reisen wieder ab und wollen mit Giovanni der Herz der Toscana bereisen.
Dafür haben wir Pienza ausgesucht. Ein großer Teil der Strecke ist sogar 4-spurig und Schlaglochfrei. Die letzten 25 Kilometer fahren wir auf einer kleinen Landstraße, die sich durch die sanften grünen Hügel der Toscana windet. Wat schöööööön. Ein bisschen kitschig – aber superschön.
Pienza hat für uns einen Stellplatz übrig.
Grüne und Hügel.