Ja – wir haben gestern Abend noch den Film „Gladiator“ gestreamt. Der Käptn hat nämlich auf dem Handy einen Shooting Spot vom Gladiator gefunden – 1,5 km entfernt. Da ist die Schlussszene gedreht worden. Da müssen wir hin – ja – vor dem Frühstück.
Wir ziehen uns unsere Gladiatorklamotten an und setzen uns auf unsere Drahtesel. Die letzten 300 Meter sind aber selbst für die Eselchen zu heftig, wir binden sie an einen Baum und gehen zu Fuß weiter. Erst muss die Erste so durch die Wiesen streifen, wie es der Gladiator getan hat. Dann ist endlich der Käptn dran. Wir schaffen es, die (fast) perfekte Position zu finden. Jetzt noch länger in der sengenden Sonne herumrennen überfordert den Gladi…. ähhh den Käptn etwas. Außerdem stehen ja die Eselchen auch alleine oben am Baum. Sie sind aber gut erholt und geben mit dem Turbogang alles, um uns wieder den Berg hinauf an den Frühstückstisch von Giovanni zu bringen.
Nun steht noch die Innenstadt von Pienza auf dem Nachfrühstücksprogramm – ja es gibt auch eine Gelateria. Der Gladiator kommt also doch mit, denn er will ja ein Eis (Stracciatella). Es gibt auch wieder ein paar schöne Panoramicos mit Toren und Kathedralen, Gassen usw. usw. Wat schöööön…
Hinter den alten Steinen:
Eine Urkunde aus dem 9. Jahrhundert erwähnt den Ort zum ersten Mal.
Papst Pius II. ist in Pienza geboren. 1458 wählte man ihn zum Papst. Er liebte seine Heimatstadt und wollte aus dem kleinen Dorf, das es im Mittelalter war, eine prächtige Stadt zaubern. Dafür beauftragte er den Architekten Bernado Gamarelli aus Florenz, den man auch Rossellino nannte.
Der Plan der neuen Stadt wurde 1462 fertig. Pius ließ den Dom bauen, einige Paläste und das Rathaus. Außerdem errichtete er zwölf Wohnhäuser. Pienza gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.
Pienza liefert landschaftlich und innerörtlich extrem viele Postkartenmotive – und dann auch noch diese Gladiatorsache. Echt super. Der Gladiator ist erschöpft.
Die heißte Quelle in der Nähe lassen wir wegen schiefer Straßen und unschöner Parkverhältnisse aus. Weiter tuckert Giovanni nach Montepulciano auf den Stellplatz. Wir bleiben einfach nur im Auto sitzen und erholen uns unter den Flutlichtern des Fußballplatzes auf Augenhöhe (der Platz liegt eine Terrasse tiefer). Wir wechseln den Stellplatz ebenfalls terrassenmässig tiefer. Perfekt.
Er und holung.